80 Jahre Fußball in Raßnitz

Unser Verein - Ein Leben in Höhen und Tiefen

Der beste Verein der Welt

Im Jahr 1931 schlug die Geburtsstunde des Fußballs in Raßnitz/Weßmar. Zu dieser Zeit ahnte wohl kaum jemand, welche Rolle König Fußball in den folgenden Jahrzehnten spielen würde. Auf einer grünen Wiese fing alles an. Diese grüne Wiese in Weßmar an der Elsterbrücke war die erste Spielstätte von „Rot-Sport Raßnitz“.

 

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Wilhelm Jöstel, Franz Moritz, Kurt Conrad, Richard Conrad und Hermann Deperade. Wilhelm Jöstel übernahm die Verantwortung des 1. Vorsitzenden und war maßgeblich am Fortgang der Dinge im Spielbetrieb beteiligt. Gleichzeitig gründete sich unter diesem Namen die Sektion Handball. Die Handballer waren oft auch gleichzeitig die Fußballer.

 

Das in Deutschland an die Macht gekommene Hitlerregime verbot im Jahr 1933 den Vereinsnamen „Rot-Sport Raßnitz“, aber Fußball wurde bis zur Serie 1937/38 in der Kreisklasse weitergespielt und der Verein existierte trotz Namensverbot weiter.

 

Im Jahr 1949 wurde die „SG Freundschaft Raßnitz“ als Fußballsektion durch die Sportfreunde Hermann Zorn, Werner Brend und Adolf Helperl gegründet. Ab diesem Zeitpunkt ging es in ein Fußballneuzeitalter, wobei die Erfolge nicht lange auf sich warten ließen und bereits im Jahr 1953 wurde Raßnitz Meister der 2. Kreisklasse im damaligen Kreis Merseburg.

 

Untrennbar damit verbunden ist die Entstehung unserer heutigen Sportstätte im Jahr 1950. Viele Sportfreunde der Nachkriegszeit waren unermüdlich und hingebungsvoll dabei, diese schöne Sportstätte zu schaffen, auf die wir heute so stolz sind. Jeder kann sich ausrechnen, wie viel Schweiß dabei geflossen ist. In unserer Ahnentafel haben wir diesen fleißigen Menschen ein Andenken gesetzt.

 

Um unserer jüngeren Generation einmal deutlich zu machen, mit welchen Umständen man fertig werden musste, sei folgendes angeführt.

Es gab Probleme mit der Sportbekleidung, ob Dress, Fußballschuhe oder Stutzen. Teilweise wurde in alten Turnschuhen gespielt. Fußballschuhe trugen an einem Spieltag zum Teil mehrere Sportfreunde, auch wenn sie eine Nummer zu klein waren. Tornetze waren Mangelware. All diesen Widrigkeiten zum Trotz wurde aber mit Hingabe Fußball gespielt.

 

 

Im Jahr 1956 wurde aus der „SG Freundschaft Raßnitz“ die „SG Traktor Raßnitz“ gegründet und hatte in der LPG Raßnitz einen Trägerbetrieb, der so gut er konnte materielle Unterstützung gewährte.

 

Zur ersten gesamtdeutschen Begegnung kam es im Jahre 1960/61. Die erste Begegnung fand 1960 gegen den SV Schwafheim in Raßnitz statt. Ein zünftiger Sportlerball beendete den Tag. Ein Spieler, der Manfred König (unser Manni) war schon damals dabei.

 

Dank der intensiven Bemühungen des damaligen Sportfreundes Gerhard Stange (genannt der Boss), konnte Raßnitz Ostern 1961 der ausgesprochenen Einladung nach Schwafheim folgen. Von dort wurde das noch heute von unseren Fußballern gesungene Vereinslied: „FSV Raßnitz, so klein und fein, FSV Raßnitz, nur du bist mein Verein“, mitgebracht.

 

Im Jahr 1963 wurde aus der „SG Traktor Raßnitz“, die „SG Dynamo Raßnitz“. Die Sportfreunde Karl Lindemann und Erich Rosin waren als Vorsitzende dabei.

 

Die Sektion Fußball entwickelte sich wechselvoll, aber zielstrebig weiter. So gelang im Jahr 1974 der Aufstieg in die I. Kreisklasse und im Jahr 1978 als bisheriger Höhepunkt, der Aufstieg in die Bezirksklasse des Bezirkes Halle der ehemaligen DDR.

Leider erfolgte nach einem Jahr wieder der Abstieg aus dieser Spielkasse. Aber das fußballbegeisterte Raßnitz unterstützte auch in den folgenden Jahren bis zu unserem heutigen Jubiläum aktiv die Belange unseres Vereins. Dafür möchten wir an dieser Stelle allen Dank und Anerkennung aussprechen, die sowohl in sportlich guten, aber auch schlechten Zeiten unserem Verein die Treue hielten.

 

Im Jahr 1990 mit der politischen Wende in Deutschland gab es wieder eine Umbenennung unseres Sportvereins in den „FSV Raßnitz e. V.“ Damit begann wiederum eine neue Ära, neue Bedingungen kamen auf uns zu, die Trägerbetriebe fielen weg und wir mussten uns neu orientieren.

 

In den Wirren der Wendezeit ist es den Sportfreunden Dieter Bartolomäus, Wolfgang Hecklau, Rainer Nickel, Siegfried Kummer und anderen Sportfreunden zu verdanken, dass sie das Richtige taten um unseren Sportverein voranzubringen und wieder neu aufzustellen. Viele Sachen waren mit einmal anders und mussten neu entwickelt werden. Nur ein Beispiel war die Vereinssatzung, verbunden mit der Namensänderung von Dynamo zum heutigen FSV. Es wurde gemeistert!

 

Die Verantwortlichen erlebten eine durchwachsene, neue Zeit in der es im organisatorischen, wie sportlichen Bereich Höhen und Tiefen gab. Und so stand der FSV Raßnitz im Jahr 1997 vor einer Vorstandneuwahl mit einer schon legendären Mitgliederversammlung in Röglitz. Es traten Frank Jung als 1. Vorsitzender, Paul-Peter Meerboth als 2. Vorsitzender und Dieter Voigt sowie Gunter Hermsdorf in die Verantwortung. So manche Vorstandssitzung entwickelte sich im damaligen Raßnitzer Sparmarkt der Familie Voigt zur Meinungsschlacht. Aber Reibungspunkte bringen ja bekanntlich Erfolge.

 

So konnte die 1. Männermannschaft 1998 den Aufstieg in die 1. Kreisklasse und den Aufstieg in die Kreisliga 1999 erreichen.

 

Im Jahr 2000 übernahm Paul-Peterr Meerboth den Vereinvorsitz und auch die Mitarbeit im Vorstand des Kreisfachverbandes Merseburg/Querfurt. Es sollte wieder ein neuer Meilenstein im Vereinsleben des FSV werden.

 

Es konnte Giesbert Penneke, ein ehemaliger DDR Oberliga und später ein 2. Bundesliga Spieler, als Trainer gewonnen werden. Welch hervorragende Leistungen Sportfreund Penneke von 2000 bis 2005 gemeinsam mit der Mannschaft vollbrachte, belegen letztendlich die Ergebnisse:

3 x Vizekreismeister

1 x Dritter

1 x Fünfter.

Eines konnte er jedoch nicht realisieren, de Aufstieg in die Landesklasse.

 

 

 

 

Sein Nachfolger, Christian Dittmer, legte gleich fulminant los und erreichte mit der Mannschaft den Aufstieg in die Landesklasse.

Spieler wie Thomas Dietrich, Michael Grabe, Matthias Meerboth, Mario Lizon, Rene Walsch, Mario Burckhardt, Tino Pelz, Daniel Runschek, Denny Fischer, Ronny Birk und Marcel Heinrichs sowie andere, erfüllten sich und der Raßnitzer Fan Gemeinde einen Traum.

 

Das Erreichen des DFB Kreispokalfinale im Jahr 2007, war wieder ein sportlicher Höhepunkt, leider nicht mit dem krönenden Abschluss des Endspielsieges gegen den SV Merseburg 99.

 

Nach Höhen kommen Tiefen und so auch für den FSV. Nach dem Abstieg aus der Landesklasse im Jahr 2009, galt es den Absturz zu verhindern, wie es vielen Vereinen schon ergangen ist. Und so kam es gegen Ende der Saison zu dramatischen Situationen.

Wir möchten uns hier noch einmal bei Thomas Dietrich bedanken, der noch einmal als Trainer einsprang und die letzten Spiele erfolgreich gestaltete.

 

Geprägt ist die 80jährige Geschichte des Fußballs durch Sportler und Sportlerinnen, die sehr viel zum Wohle, zur Entwicklung und Stärkung des Vereins beigetragen haben. Stellvertretend für weitere gilt unser besonderer Dank:

 

- dem Ortsbürgermeister Herrn Marx und dem Ortschaftsrat

- dem Landwirtschaftsbetrieb Kreipe

- dem Meliorations- und Tiefbaubetrieb Klaus Döbold

- dem Getränkegroßhandel Klaus Koth

- der Firma Vollmecke

- dem Gasthof Lindenhof

- der Sportlergaststätte Yves Künold

- der Firma Bau Paul

- der Firma Achim Schmidt

- der Firma Hesse sowie der Firma Achim Fiedler.

 

 

An uns wird es liegen, wie wir die Geschichte des Traditionsvereins weiter voranbringen. Dazu ist jeder von uns aufgerufen.

Gegenwärtig stehen 2 Männermannschaften im regelmäßigem Trainings- und Spielbetrieb, die alles daran setzen unseren Fußballverein würdig zu repräsentieren. Hinzu kommen auch noch unsere „Alten Herren“.

Im Nachwuchs sind wir dank einer Spielgemeinschaft mit der SG Döllnitz und der SG Ermlitz in der B/C/D/E und F-Jugend im Punktspielbereich und mit einer Bambini-Mannschaft vertreten.

 

Schaffen wir gemeinsam die Voraussetzungen, dass wir in 20 Jahren das 100. Jubiläum unseres FSV Raßnitz würdig, mit Stolz und einer guten sportlichen Bilanz begehen können.